Unsere Arbeit

Wir sind immer da, wo unsere Hilfe am meisten benötigt wird

Wir möchten Euch hier einen bunten Einblick in unsere Vereinsarbeit geben, in der Schweiz und natürlich vor allem in Ungarn. Alle unsere Teammitglieder arbeiten komplett ehrenamtlich. Es freut uns, hier über viele schöne und positive Entwicklungen berichten zu können, wir können und wollen aber auch schwierige und manchmal traurige Dinge nicht auslassen. Transparenz und Ehrlichkeit ist uns wichtig.

September 2022

Eine wunderschöne Überraschung

Heute Morgen kamen zwei ganz, ganz liebe ungarische Menschen bei uns auf dem Hof vorbei, mit Ergänzungsnahrung für Stefania, die 14jährige Hündin die aktuell bei uns ist, und mit ganz viel Gemüse und sogar Blumen aus dem eigenen Garten für uns! 🍅 🌸
Dann nahmen sie sich sogar noch die Zeit und gingen spazieren mit den vier Hunden Moni, Leta, Finja und Piran! Einfach wahnsinnig lieb!!  ❤️ 

Der junge Mann erzählte dann, dass er für seinen Dackel dringend eine Schleppleine und ein “ausbruchsicheres” Geschirr bräuchte. Damit konnte dann wiederum Madeleine aushelfen…

Das berührt uns so sehr in Ungarn…
Immer wieder erleben wir einen unglaublich schönen Austausch mit der Bevölkerung. Madeleine und Claudia helfen z.B. mit Impfungen, Futter, Leinen etc. und dafür werden sie mit Köstlichkeiten verwöhnt und die Hunde kommen zu Extra-Spaziergängen und Streicheleinheiten von lieben Menschen! Das ist wirklich etwas ganz Besonderes, berührt uns immer wieder aufs Neue und macht uns sehr dankbar.

Lernen im Alltag

Über die Arbeit unseres Hundetrainers Tibor mit den Hunden und über den Hintergrund dieser Trainings haben wir schon an anderer Stelle berichtet. Daneben gibt es aber auch eine Form des Lernens für die Hunde, die etwas weniger «spektakulär», aber mindestens ebenso wichtig ist und die permanent im Alltag stattfindet. Was meinen wir damit?
 
Unsere Hunde leben in grosszügigen Ausläufen und nehmen so oft wie irgend möglich am Alltag von Madeleine und Claudia teil. Das heisst, sie erleben Dinge wie Rasenmähen, Staubsaugen, den Hof mit dem Besen wischen, etc. etc. Regelmässig kommen Besucher vorbei, Frauen, Männer, manchmal auch Kinder. So machen die Hunde positive Erfahrungen mit unterschiedlichen Menschen. Mit Madeleine dürfen sie auch immer mal wieder ins Haus oder ins Futterlager, so dass sie auch Innenräume kennen lernen.

Integriert im Alltag werden die Hunde regelmässig ganz bewusst und an verschiedenen Körperstellen angefasst. Mal wird eine Pfote hochgehoben und kontrolliert, mal schaut man ihnen ins Maul und mal werden sie auch kurz festgehalten. Wir finden es sehr wichtig, dass Hunde dies kennen und dass sie es auf eine freundliche, positive und klare Art lernen durften. Auch beim Fressen wird ein Hund mal angefasst und es wird auch in den Napf gegriffen – könnte ja sein, dass man ihm später einmal unbedingt etwas wegnehmen muss, das er nicht fressen sollte. Deshalb werden auch solche Dinge geübt.
 
Gleich neben unserem Hof ist eine gut befahrene Strasse (Strassenlärm…) und auf der anderen Seite, ebenfalls angrenzend an unser Gelände, befindet sich eine Weide, wo oft Kühe grasen. Auch diese «grossen Tiere» lernen unsere Hunde daher kennen!
 
Wenn Madeleine oder Claudia zum Einkaufen fahren, dann ist fast immer mindestens ein Hund dabei. Jede Gelegenheit wird genutzt, um die Hunde auch ans Autofahren und an Eindrücke ausserhalb des Hofs zu gewöhnen. Gerade Claudia nimmt die Hunde regelmässig mit auf ausgedehntere Spaziergänge. Das heisst also, Geschirr anziehen, Laufen an der Leine, das kennen alle unsere Hunde bereits. Vielleicht noch nicht grad im perfekten «Fuss», aber zumindest so, dass der neue Besitzer gut darauf aufbauen kann.
 
So geben Madeleine und Claudia den Hunden aktiv ganz viel wichtiges «Rüstzeug» mit in ihr «Erfahrungs-Rucksäcklein». Wenn sie dann in die Schweiz reisen dürfen und sich dort als Familienhunde in den Schweizer Alltag integrieren sollen, so hilft das den Hunden enorm und erleichtert hoffentlich auch den Adoptanten den Start mit ihrem neuen Familienmitglied ein wenig.

Arbeiten auf unserem Hof

Die Arbeit auf dem Hof geht definitiv nie aus!! Sturmschäden beseitigen, Drahtgeflecht ausbessern (Hundezähnchen können sehr scharf sein….), einen neuen Auslauf für Welpen betonieren… Claudia und Madeleine arbeiten den ganzen Tag, nebst den Hunden, und sind jeweils sehr dankbar für starke helfende Hände! 

August 2022

Getrennt oder zusammen?

Schon öfters sind Hunde zur Vermittlung zu uns gekommen, die ihr ganzes bisheriges Leben mit einem Geschwisterteil oder einem anderen Hundekumpel zusammen gelebt haben. Oberflächlich betrachtet denkt man da natürlich gleich: Die müssen doch unbedingt zusammen bleiben! Unsere Erfahrung zeigt aber, dass das nicht zwingend so sein muss.

Ein Beispiel haben wir aktuell grad auf dem Hof: Unsere fünfjährige Finja ist zusammen mit ihrer Schwester Folti zu uns gekommen. Folti war da schon praktisch vermittelt und wurde nach wenigen Tagen bei uns abgeholt. Finja zeigte sich zu Beginn etwas zurückhaltend, ein wenig «im Schatten» ihrer sehr offenen Schwester. Nach einigen Tagen ohne ihre Schwester taute aber auch Finja zusehends auf und zeigte uns Facetten ihrer Persönlichkeit, die wir vorher so gar nicht wahrnehmen konnten. Finja steht jetzt mit ihren kurzen Beinchen ganz fest im Leben, hat eine fröhliche und gleichzeitig in sich ruhende Ausstrahlung. Und durch ihre gestandene und sehr soziale Art hat sie sich sogar zu einer richtigen Therapiehündin für den noch etwas scheuen Piran entwickelt.

Ein anderes Beispiel sind die Brüder Frodo und Ares, die rund 7 Jahre zusammen auf einem ungarischen Hof gelebt hatten – sich aber nicht wirklich gut verstanden, sondern wohl eher eine “Zweckgemeinschaft” führten. Sie wurden letztes Jahr getrennt in der Schweiz vermittelt und sind nun beide in ihren jeweiligen Familien absolut geliebte Familienhunde, die ein rundum glückliches Leben führen.

Bei Sina und Charly (heute Viva und León), deren Geschichte unter “Happyends” zu finden ist, hatten wir uns den Entscheid «getrennt oder zusammen» auch alles andere als einfach gemacht. Madeleine und Claudia haben mehrmals hin und her geschwankt, die beiden beobachtet, über die Wochen hinweg, bis sie schliesslich zum Entscheid “zusammen” kamen. Und hier passt das “Zusammen”.

Und die Moral von der Geschichte? Es ist nicht immer alles so einfach und offensichtlich, wie man so auf die Schnelle gedacht denken würde… Viele dieser Hunde haben in einer “Zweckgemeinschaft” auf der Strasse oder einem Hof zusammen gelebt und hatten gar keine andere Wahl. In den meisten Fällen beobachten wir, wie  die Hunde richtig aufblühen wenn sie getrennt werden und, wie aktuell bei Finja, Seiten ihrer Persönlichkeit zum Vorschein kommen, die sie vorher gar nicht leben konnten. Zwei Mal hinsehen, beobachten, abwägen und überlegen lohnt sich also definitiv – zum Wohle der Hunde!

Unterstützung durch Volontärin Nicole

Während rund 10 Tagen hat uns Nicole als Volontärin auf Hof Rafael unterstützt. Sie war uns in dieser Zeit eine engagierte, humorvolle, unkomplizierte und einfach tolle Hilfe. Wir haben die Tage mit ihr sehr genossen und umso mehr berührt uns ihre Rückmeldung: 

«Es war so eine spannende, lehrreiche und schöne Zeit mit euch und allen Hundis! Es hat mich sehr beeindruckt, mit wie viel Herz ihr euch für die Hunde einsetzt und wie professionell die Vierbeiner auf ihr neues Zuhause vorbereitet werden. Einfach wow – herzlichen Dank dafür!»

Katzen

Oft stehen die Hunde etwas mehr im Fokus, die Unterstützung der Samtpfoten ist uns aber natürlich genauso wichtig. Regelmässig finanzieren wir Kastrationen für Katzen und in letzter Zeit durften wir gleich mehrere Tierheime und engagierte Privatpersonen mit Sachspenden spezifisch für Katzen unterstützen

Juli 2022

Sachspendenfahrt ins Tierheim

Madeleine und Nicole haben wieder einmal in einem Tierheim der Region Sachspenden vorbei gebracht. Dies wird sehr geschätzt!

Agility für Tierheimhunde?

Wieso Tierheimhunde denn lernen «müssen» über Agility-Geräte zu gehen, werden wir immer mal wieder gefragt. Nun, da steckt eine ganze Anzahl von Überlegungen dahinter. Ganz bestimmt ist aber NICHT der Grund, dass die Hunde dann möglichst rasch in der Schweiz ins Agility-Training einsteigen können!

Also, worum geht es uns?

  • Zuerst mal ganz simpel: Das Training bietet den Hunden eine Abwechslung im Tierheim-Alltag
  • Sie lernen verschiedene Untergründe kennen.
  • Hunde, die noch nie zuvor etwas gemeinsam mit dem Menschen unternommen haben, dürfen erleben, dass das Spass macht. Und es gibt sogar Streicheleinheiten und Leckerlies dabei!
  • Die gemeinsamen Aktivitäten fördern den Bezug der Hunde zum Menschen. Darauf können und sollen die späteren Adoptanten aufbauen.
  • Für eher vorsichtige, etwas ängstliche Hunde kann das Überqueren des Stegs oder der Wippe eine gewisse Überwindung bedeuten. Wenn sie es dann mit Übung und Ermutigungen schaffen, so stärkt dies ihr Selbstbewusstsein.
  • Hunde, die bis anhin primär in einem Hinterhof oder sogar an der Kette gelebt haben, können beim bewussten Training an den Hindernissen ihr Körpergefühl verbessern.

Ihr seht also, es geht überhaupt nicht darum, möglichst schnell «Sportskanonen» aus unseren Hunden zu machen, es geht um viel mehr und um viel Wichtigeres! 😊  Die Übungen mit den Agility-Geräten sind einfach ein weiteres Puzzle-Steinchen in all unseren Bemühungen, die Hunde bestmöglich auf ihr Leben als Familienhunde in der Schweiz vorzubereiten und ihnen und den künftigen Adoptanten damit den Start ein wenig zu erleichtern.

Juni 2022

Geschichte einer schwarzen Hündin

Sie hat noch keinen Namen, die schwarze Hündin. Eigentlich waren es mal fünf Hunde, die im Dorf herumstreunten. Aber überlebt hat nur die schwarze Hündin. 

Die andern wurden wohl in der Zwischenzeit erschossen. Im Wald von Jägern oder im Dorf gefangen und dann erschossen. Das finden aber mittlerweile auch die Leute im Dorf nicht mehr so gut. Sie mögen zwar die streunenden Hunde auch nicht, haben teilweise Angst wegen ihrer Kinder, wollen natürlich nicht, dass ihre Hühner oder Schafe gerissen werden, aber erschiessen? Da geschieht doch langsam ein Sinneswandel in der Bevölkerung. Darüber sind wir sehr froh.

So wurden Madeleine und Claudia jetzt von einer Familie angefragt, die selber Katzen und einen Labrador-Rüden hat, ob sie helfen könnten, die schwarze Hündin zu fangen. Sie sind hingefahren und haben eine Lebendfalle gestellt. Die erste Nacht ging die Katze rein… Die Frau der Familie begann, die Hündin anzufüttern, denn ihr Nachbar ist derjenige, der die Hunde im Dorf erschiesst und die Frau findet das schrecklich. Also gingen Madeleine und Claudia wieder vorbei, sprachen ausgiebig mit der Familie und gaben Tipps, wie man mit der Falle weiter verfahren könnte. In der Zwischenzeit kamen dann auch die erwachsenen Kinder der Familie mit Enkeln, es wurde weiter diskutiert, Aufklärungsarbeit betrieben und über dies und das geredet. Also Katzen über Nacht einsperren, auch den Rüden… Aber die Hündin ging trotzdem nicht in die Falle.

Allerdings gab es dann in der Geschichte eine andere Entwicklung: Die Hündin ging zwar nicht in die Falle, aber da sie von der Frau weiter gefüttert wurde und allmählich Zutrauen fasste, konnte sie im Hof der Familie gesichert werden. Und da darf sie nun bleiben! Die nächsten Schritte werden nun sein, eins nach dem andern, die Hündin zu chippen und zu kastrieren. Und einen Namen bekommt sie sicher auch bald! Für uns ein schönes Happy End und sehr berührend zu sehen, wie allmählich Veränderungen in der Gesellschaft passieren. Wie Dinge, die «man» jahrelang «halt einfach gemacht hat», hinterfragt werden und Menschen beginnen, sich dagegen zu stellen und für das Wohl der Tiere einzusetzen.

Mai 2022

Szuki – eine Geschichte mit Happy End

Letzte Woche kam eine zuckersüsse, kleine Pekingese-Hündin zu uns auf den Hof. Ihre Besitzerin hatte einen Hirnschlag erlitten und der Ehemann wollte mit ihren beiden Hunden nichts zu tun haben und setzte sie auf die Strasse. Der eine Hund war leider nicht mehr auffindbar, die kleine Pekingesin wurde dann zu uns gebracht. Sie zeigte sich bei uns als sehr lieb, ausgeglichen und absolut verträglich und unerschrocken auch mit grösseren Hunden. Trotzdem tat uns die kleine Maus, die ja ein Zuhause gehabt hatte, so im Zwinger schon etwas leid. Daher rief Madeleine eine Bekannte aus der Gegend an, deren einer Hund gerade verstorben war, um zu fragen, ob sie die kleine Maus auf Pflegestelle nehmen könnte. Unsere liebe Bekannte kam vorbei und ja, sie konnte…. Und das Beste…. es zeigte sich schon nach zwei Tagen, dass die Pflegestelle zur Endstelle wird! Alle hatten sich rasch in die süsse Maus, die nun “Szuki” heisst (was «süss» bedeutet), verliebt und sie passt einfach bestens auch ins bestehende Rudel. Trost für Szuki, die ihr erstes Zuhause verloren hatte, und Trost für die Menschen, die gerade einen geliebten Hund gehen lassen mussten. Das passt doch einfach wunderbar

Kaukasischer Hirtenhund

Gestern morgen erhielt Madeleine einen Notruf des Bürgermeisters von Ivan (der kleine Ort, wo Hof Rafel liegt), da sei ein grosser Hund auf der Strasse.
Der Hund ist ein Mischling, zwischen Bernhardiner und Kaukasischem Hirtenhund, also nicht grad klein. Unsere ungarischen Freunde Aniko und Albi kamen dann dazu, haben mit dem Bürgermeister und den Besitzern des Hundes gesprochen. Dabei stellte sich heraus, dass die Familie den Hund eigentlich gerne behalten möchte. Die Familie besteht aus einem Vater und seinen Kindern, da die Mutter die Familie verlassen hat. Der Mann lebt nun in sehr, sehr einfachen Verhältnissen. Der Hund ist nicht geimpft, was wir nun über unseren Tierarzt organisieren werden, ebenfalls muss er dabei unbedingt gechippt werden. Ist er nicht gechippt, wird er in die Tötungsstation gebracht, wenn er auf der Strasse gefunden wird. Ebenfalls schauen wir, dass wir der Familie einen Zaun organisieren und finanzieren können, damit der Hund nicht mehr entweicht. Auch werden wir die Familie mit Hundefutter unterstützen.
Bei einer Kontrolle einige Wochen später zeigte sich, dass der Zaun nicht so einfach zu reparieren war. Der Hund war an einer Kette, damit er nicht mehr entwich. Wir werden nun in einem ersten Schritt dafür sorgen, dass wenigstens eine sogenannte «Rollkette» installiert werden kann, damit sich der Hund besser bewegen kann.
Der grosse Hund ist sehr lieb, aber wirklich nicht ein Hund, den wir sinnvoll in die Schweiz vermitteln können. Da ist dann einfach «Hilfe vor Ort», so gut das eben in den Umständen möglich ist gefragt! Wir sind dann immer wahnsinnig dankbar, mit unserem «ungarischen Netzwerk» an Freunden und Bekannten zusammenarbeiten zu können. Anders ginge es nicht!

April 2022

Hundehütten

Durch die Vermittlung unseres Tierarztes haben wir einen Mann hier im Dorf kennen gelernt, der selber drei Hunde und eine Katze hat, um die er sich sehr liebevoll kümmert. Er ist früher regelmässig in die Schweiz gefahren, um zu arbeiten, kann dies aber nach einem unverschuldeten Unfall nicht mehr tun. Und… er ist handwerklich sehr begabt! Dieser Mann hat uns nun vorgeschlagen, dass er uns gegen ein kleines Entgelt gut isolierte Hundehütten herstellen könnte. So sind im Spätherbst 2021 die ersten zwei Hütten entstanden und die sind schon ganz super geworden! Die nächsten folgten dann gleich. Wir übernehmen die Materialkosten und bezahlen den Mann natürlich auch für seine Arbeit, unterstützen ihn mit Futter für seine Hunde und gehen auch mal auf einen Schwatz bei ihm vorbei, was er sehr schätzt. So ist ein schöner zwischenmenschlicher Austausch entstanden, von dem alle profitieren, die Menschen und natürlich die Hunde, die durch die Hütten gut geschützt sind vor verschiedensten Witterungseinflüssen.
Mittlerweile ist die Produktion immer mehr verfeinert und wir haben eine ganze Anzahl von tollen Hundehütten, einerseits für die Hunde bei uns auf dem Hof, andererseits auch zur Abgabe an Menschen mit Hunden, die solche Hütten gebrauchen könnten.

Pumis

Madeleine und Claudia waren im Februar zum ersten Mal bei einer ungarischen Familie mit zwei siebenjährigen Pumis. Die Idee war eigentlich, dass die beiden zu uns auf den Hof kämen. Die Leute weinten dann aber sehr, es stellte sich heraus, dass sie die Hunde eigentlich gar nicht abgeben wollten. Nur eben zu wenig Geld für Futter, Coiffeur, etc… So fuhr Claudia dann nochmals auf den Hof, um Futter aus Sachspenden zu holen und es wurde die Abmachung getroffen, dass Madeleine und Claudia jeweils Anfangs Monat vorbei kommen mit Futter. Für Tierarzt dürfen sie sich jederzeit melden und wenn die Temperaturen wärmer werden, werden wir auch einen Couffeur-Termin für die zwei organisieren. Für den Moment scheint das eine gute Lösung zu sein so, vielleicht kommen sie dann doch noch irgendwann zu uns, aber solange die Familie die Hunde nicht hergeben möchte und sie auch gerne haben, ist es ja auch schön, auf diese Art unterstützen zu können!
Mittlerweile hat auch der versprochen Coiffeur-Termin stattgefunden, wie man sehen kann…

Februar 2022

Kastrationsaktion

Am letzten Samstag hatten wir die Gelegenheit, eine grössere Kastrationsaktion durchzuführen. Wir waren alle von 8 Uhr morgens bis 21 Uhr im Dauereinsatz. Dank dem Tierärztepaar, das sich dazu bereit erklärt hatte, dies mit uns zu machen, gelang es uns, 8 erwachsene Hunde zu kastrieren und 7 Welpen zu chipen und zu impfen (Parvovirose). Diverse erwachsene Hunde hatten Hernien oder andere «Extras». Bei der einen Hündin wäre es schon bald zu einer Gebärmuttervereiterung gekommen. Wir werden in den nächsten Wochen weitere Impfungen durchführen und versuchen, für die Welpen und einige der erwachsenen Hunde Plätze zu finden. Auch wird der Tierarzt weiter überprüfen, dass der Hundebestand auf diesem Hof in kleinem Rahmen bleibt und keine weiteren Hunde «produziert» werden.
Für die grosse Unterstützung bei dieser Aktion bedanken wir uns ganz herzlich bei der Zazoo-vet kft. Klinik. Das Tierärztepaar hat uns, wie immer, ohne zu zögern geholfen und sein einziges freies Wochenende für den Tierschutz geopfert. Das ist wirklich überhaupt nicht selbstverständlich! Und ohne Olga, die uns um Hilfe gebeten hat, wäre dies alles gar nicht zustande gekommen!
Solche Aktionen sind für uns finanziell natürlich nur möglich, weil wir treue Unterstützer haben, die uns regelmässig Geld zukommen lassen. Auch dafür möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!

November 2021

Eine traurige Geschichte

Natürlich erzählen wir Euch am liebsten schöne Geschichten aus Ungarn, Geschichten von erfolgreichen Rettungen, von Hunden, die ein schönes neues Zuhause finden, etc. Aber die andern Geschichten gibt es leider auch, die ohne Happyend. Die Traurigen. Und wir erachten es als unsere Pflicht, ab und zu auch solche mit Euch zu teilen.
Am vergangenen Samstag erreichte uns der Telefonanruf einer befreundeten ungarischen Tierschützerin. Eine Familie hatte sie um Hilfe gebeten. Ihrer rund einjährigen Familienhündin ging es sehr schlecht. Die Familie hatte kein Auto und auch wenig finanzielle Mittel. Und es war Samstag Nachmittag… Also setzte sich Claudia ins Auto und fuhr zu der Familie und danach direkt mit der Hündin in die Notfall-Tierklinik. Nach einigem Warten konnte ein Bluttest gemacht werden und das Resultat war leider unschön. Die Hündin hatte eine bereits weit voran geschrittene Babesiose, eine durch Zecken übertragene Krankheit, die innert weniger Tage tödlich verlaufen kann. Die Blutwerte waren leider bereits so schlecht, dass die Ärzte kaum Hoffnung machen konnten und zum Erlösen des Hundes rieten. Claudia rief daraufhin die Besitzer an. Diese, inklusive die Kinder der Familie, baten darum, es doch noch zu versuchen, die Hündin nochmals aus der Klinik heimzunehmen, ihr die Chance zu geben sich zu stabilisieren. Während Claudia mit dem Tierarzt die Optionen abwägte, nahm die Hündin allen die Entscheidung ab. Sie brach zusammen und verstarb kurz darauf auf dem Behandlungstisch. Für Claudia, für die Familie, die ihre Hündin wirklich liebte, natürlich ein sehr trauriges Ende.
Und das Fazit für uns? Nebst Babesiose, wie wir es hier erlebt haben, erkranken und sterben Hunde, die keine Zeckenprophylaxe haben und nicht geimpft sind, auch an Parvovirose, Anaplasmose, Herzwürmern und Ehrlichiose. Wir würden sehr gerne mehr Menschen in Ungarn den Zugang zu Zeckenprophylaxen und auch zu Kombi-Impfungen für ihre Hunde ermöglichen. Es gibt auch in Ungarn viele Menschen, die ihre Hunde wirklich sehr lieben, die aber einfach nur über sehr beschränkte finanzielle Mittel verfügen.

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