Wir sind immer da, wo unsere Hilfe am meisten benötigt wird.

Wir möchten Euch hier einen bunten Einblick in unsere Vereinsarbeit geben, in der Schweiz und natürlich vor allem in Ungarn. Alle unsere Teammitglieder arbeiten komplett ehrenamtlich. Es freut uns, hier über viele schöne und positive Entwicklungen berichten zu können, wir können und wollen aber auch schwierige und manchmal traurige Dinge nicht auslassen. Transparenz und Ehrlichkeit ist uns wichtig. 

Unsere Arbeit in Ungarn

Mai 2022

Szuki – eine Geschichte mit Happy End

Letzte Woche kam eine zuckersüsse, kleine Pekingese-Hündin zu uns auf den Hof. Ihre Besitzerin hatte einen Hirnschlag erlitten und der Ehemann wollte mit ihren beiden Hunden nichts zu tun haben und setzte sie auf die Strasse. Der eine Hund war leider nicht mehr auffindbar, die kleine Pekingesin wurde dann zu uns gebracht. Sie zeigte sich bei uns als sehr lieb, ausgeglichen und absolut verträglich und unerschrocken auch mit grösseren Hunden. Trotzdem tat uns die kleine Maus, die ja ein Zuhause gehabt hatte, so im Zwinger schon etwas leid. Daher rief Madeleine eine Bekannte aus der Gegend an, deren einer Hund gerade verstorben war, um zu fragen, ob sie die kleine Maus auf Pflegestelle nehmen könnte. Unsere liebe Bekannte kam vorbei und ja, sie konnte…. Und das Beste…. es zeigte sich schon nach zwei Tagen, dass die Pflegestelle zur Endstelle wird! Alle hatten sich rasch in die süsse Maus, die nun “Szuki” heisst (was «süss» bedeutet), verliebt und sie passt einfach bestens auch ins bestehende Rudel. Trost für Szuki, die ihr erstes Zuhause verloren hatte, und Trost für die Menschen, die gerade einen geliebten Hund gehen lassen mussten. Das passt doch einfach wunderbar

Kaukasischer Hirtenhund

Gestern morgen erhielt Madeleine einen Notruf des Bürgermeisters von Ivan (der kleine Ort, wo Hof Rafel liegt), da sei ein grosser Hund auf der Strasse.

Der Hund ist ein Mischling, zwischen Bernhardiner und Kaukasischem Hirtenhund, also nicht grad klein. Unsere ungarischen Freunde Aniko und Albi kamen dann dazu, haben mit dem Bürgermeister und den Besitzern des Hundes gesprochen. Dabei stellte sich heraus, dass die Familie den Hund eigentlich gerne behalten möchte. Die Familie besteht aus einem Vater und seinen Kindern, da die Mutter die Familie verlassen hat. Der Mann lebt nun in sehr, sehr einfachen Verhältnissen. Der Hund ist nicht geimpft, was wir nun über unseren Tierarzt organisieren werden, ebenfalls muss er dabei unbedingt gechippt werden. Ist er nicht gechippt, wird er in die Tötungsstation gebracht, wenn er auf der Strasse gefunden wird. Ebenfalls schauen wir, dass wir der Familie einen Zaun organisieren und finanzieren können, damit der Hund nicht mehr entweicht. Auch werden wir die Familie mit Hundefutter unterstützen.

Bei einer Kontrolle einige Wochen später zeigte sich, dass der Zaun nicht so einfach zu reparieren war. Der Hund war an einer Kette, damit er nicht mehr entwich. Wir werden nun in einem ersten Schritt dafür sorgen, dass wenigstens eine sogenannte «Rollkette» installiert werden kann, damit sich der Hund besser bewegen kann.

Der grosse Hund ist sehr lieb, aber wirklich nicht ein Hund, den wir sinnvoll in die Schweiz vermitteln können. Da ist dann einfach «Hilfe vor Ort», so gut das eben in den Umständen möglich ist gefragt! Wir sind dann immer wahnsinnig dankbar, mit unserem «ungarischen Netzwerk» an Freunden und Bekannten zusammenarbeiten zu können. Anders ginge es nicht!

 

April 2022

Hundehütten

Durch die Vermittlung unseres Tierarztes haben wir einen Mann hier im Dorf kennen gelernt, der selber drei Hunde und eine Katze hat, um die er sich sehr liebevoll kümmert. Er ist früher regelmässig in die Schweiz gefahren, um zu arbeiten, kann dies aber nach einem unverschuldeten Unfall nicht mehr tun. Und… er ist handwerklich sehr begabt! Dieser Mann hat uns nun vorgeschlagen, dass er uns gegen ein kleines Entgelt gut isolierte Hundehütten herstellen könnte. So sind im Spätherbst 2021 die ersten zwei Hütten entstanden und die sind schon ganz super geworden! Die nächsten folgten dann gleich. Wir übernehmen die Materialkosten und bezahlen den Mann natürlich auch für seine Arbeit, unterstützen ihn mit Futter für seine Hunde und gehen auch mal auf einen Schwatz bei ihm vorbei, was er sehr schätzt. So ist ein schöner zwischenmenschlicher Austausch entstanden, von dem alle profitieren, die Menschen und natürlich die Hunde, die durch die Hütten gut geschützt sind vor verschiedensten Witterungseinflüssen.
Mittlerweile ist die Produktion immer mehr verfeinert und wir haben eine ganze Anzahl von tollen Hundehütten, einerseits für die Hunde bei uns auf dem Hof, andererseits auch zur Abgabe an Menschen mit Hunden, die solche Hütten gebrauchen könnten.

Pumis

Madeleine und Claudia waren im Februar zum ersten Mal bei einer ungarischen Familie mit zwei siebenjährigen Pumis. Die Idee war eigentlich, dass die beiden zu uns auf den Hof kämen. Die Leute weinten dann aber sehr, es stellte sich heraus, dass sie die Hunde eigentlich gar nicht abgeben wollten. Nur eben zu wenig Geld für Futter, Coiffeur, etc… So fuhr Claudia dann nochmals auf den Hof, um Futter aus Sachspenden zu holen und es wurde die Abmachung getroffen, dass Madeleine und Claudia jeweils Anfangs Monat vorbei kommen mit Futter. Für Tierarzt dürfen sie sich jederzeit melden und wenn die Temperaturen wärmer werden, werden wir auch einen Couffeur-Termin für die zwei organisieren. Für den Moment scheint das eine gute Lösung zu sein so, vielleicht kommen sie dann doch noch irgendwann zu uns, aber solange die Familie die Hunde nicht hergeben möchte und sie auch gerne haben, ist es ja auch schön, auf diese Art unterstützen zu können!

Mittlerweile hat auch der versprochen Coiffeur-Termin stattgefunden, wie man sehen kann…

Februar 2022

Kastrationsaktion

Am letzten Samstag hatten wir die Gelegenheit, eine grössere Kastrationsaktion durchzuführen. Wir waren alle von 8 Uhr morgens bis 21 Uhr im Dauereinsatz. Dank dem Tierärztepaar, das sich dazu bereit erklärt hatte, dies mit uns zu machen, gelang es uns, 8 erwachsene Hunde zu kastrieren und 7 Welpen zu chipen und zu impfen (Parvovirose). Diverse erwachsene Hunde hatten Hernien oder andere «Extras». Bei der einen Hündin wäre es schon bald zu einer Gebärmuttervereiterung gekommen. Wir werden in den nächsten Wochen weitere Impfungen durchführen und versuchen, für die Welpen und einige der erwachsenen Hunde Plätze zu finden. Auch wird der Tierarzt weiter überprüfen, dass der Hundebestand auf diesem Hof in kleinem Rahmen bleibt und keine weiteren Hunde «produziert» werden.

Für die grosse Unterstützung bei dieser Aktion bedanken wir uns ganz herzlich bei der Zazoo-vet kft. Klinik. Das Tierärztepaar hat uns, wie immer, ohne zu zögern geholfen und sein einziges freies Wochenende für den Tierschutz geopfert. Das ist wirklich überhaupt nicht selbstverständlich! Und ohne Olga, die uns um Hilfe gebeten hat, wäre dies alles gar nicht zustande gekommen!

Solche Aktionen sind für uns finanziell natürlich nur möglich, weil wir treue Unterstützer haben, die uns regelmässig Geld zukommen lassen. Auch dafür möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!

November 2021

Eine traurige Geschichte..

Natürlich erzählen wir Euch am liebsten schöne Geschichten aus Ungarn, Geschichten von erfolgreichen Rettungen, von Hunden, die ein schönes neues Zuhause finden, etc. Aber die andern Geschichten gibt es leider auch, die ohne Happyend. Die Traurigen. Und wir erachten es als unsere Pflicht, ab und zu auch solche mit Euch zu teilen.

Am vergangenen Samstag erreichte uns der Telefonanruf einer befreundeten ungarischen Tierschützerin. Eine Familie hatte sie um Hilfe gebeten. Ihrer rund einjährigen Familienhündin ging es sehr schlecht. Die Familie hatte kein Auto und auch wenig finanzielle Mittel. Und es war Samstag Nachmittag… Also setzte sich Claudia ins Auto und fuhr zu der Familie und danach direkt mit der Hündin in die Notfall-Tierklinik. Nach einigem Warten konnte ein Bluttest gemacht werden und das Resultat war leider unschön. Die Hündin hatte eine bereits weit voran geschrittene Babesiose, eine durch Zecken übertragene Krankheit, die innert weniger Tage tödlich verlaufen kann. Die Blutwerte waren leider bereits so schlecht, dass die Ärzte kaum Hoffnung machen konnten und zum Erlösen des Hundes rieten. Claudia rief daraufhin die Besitzer an. Diese, inklusive die Kinder der Familie, baten darum, es doch noch zu versuchen, die Hündin nochmals aus der Klinik heimzunehmen, ihr die Chance zu geben sich zu stabilisieren. Während Claudia mit dem Tierarzt die Optionen abwägte, nahm die Hündin allen die Entscheidung ab. Sie brach zusammen und verstarb kurz darauf auf dem Behandlungstisch. Für Claudia, für die Familie, die ihre Hündin wirklich liebte, natürlich ein sehr trauriges Ende.

Und das Fazit für uns? Nebst Babesiose, wie wir es hier erlebt haben, erkranken und sterben Hunde, die keine Zeckenprophylaxe haben und nicht geimpft sind, auch an Parvovirose, Anaplasmose, Herzwürmern und Ehrlichiose. Wir würden sehr  gerne mehr Menschen in Ungarn den Zugang zu Zeckenprophylaxen und auch zu Kombi-Impfungen für ihre Hunde ermöglichen. Es gibt auch in Ungarn viele Menschen, die ihre Hunde wirklich sehr lieben, die aber einfach nur über sehr beschränkte finanzielle Mittel verfügen.